Das Halali allein oder zu zweit Die   Abessinierkatze   kann   sehr   heftig   spielen   und   sie   ist   keine   gute   Verliererin.   Man   tut   gut   daran,   ihr   nach   einer   Reihe   von akrobatischen   Sprüngen   und   athletischen   Sprints   ein   Erfolgserlebnis   zu   gönnen.   Bei   einer   wirklichen   Jagd   kann   die   Exotin serienweise   Erfolge   buchen.   Keine   Fliege   am   Fenster   entgeht   ihr,   sie   schnappt   draußen   Käfer   aus   der   Luft   und   hält   den Garten   garantiert   nagerfrei.   Die Aby   liebt   ausgedehnte   Streifzüge.   Wer   ihr   keinen   Freilauf   geben   will   oder   kann,   sollte   ihr   in   der Wohnung   mehrere   Ebenen   einrichten,   auf   denen   sie   sich   austoben   kann   und   mindestens   einen   Kletterbaum,   den   sie   nicht   nur zum Wetzen der Krallen, sondern regelrecht als Heimtrainer nutzen wird. Eine    Aby    ist    nicht    gerne    allein,    aber    fremde    Götter    duldet    sie    nicht    neben    sich    –    in    der    Regel    wenigstens.    Es    soll Abessinierkatzen   geben,   die   sich   prächtig   mit   Gefährten   gleicher   Rasse   vertragen,   doch   meistens   will   die   getickte   Schönheit die   Dominante   in   einer   Beziehung   sein.   Sie   findet   deshalb   leichter   Anschluss   an   gesellige   Artgenossen   anderer   Rassen   oder an   eine   Hauskatze,   die   ihr   nicht   den   Rang   streitig   macht.   Mit   Hunden   verträgt   sie   sich   bestens,   weil   sie   sich   nicht   das Geringste    gefallen    lässt.    Auch    den    größten    Vierbeiner    wird    sie    innerhalb    weniger    Wochen    durch    ihre    Hartnäckigkeit unterjochen.   Große Ausnahme   ist   der   Mensch:   Ihm   passt   sie   sich   freiwillig   an,   ihn   trachtet   sie   nicht   zu   tyrannisieren   (oder   sie tut   es   so,   dass   keiner   etwas   merkt).   Wer   viel   zu   Hause   ist,   kann   sich   keine   angenehmere   Gespielin   vorstellen,   denn   die   Aby gehört   nicht   zu   denen,   die   sich   aufdrängen.   Sie   kann   warten,   bis   der   Brief   zu   Ende   geschrieben   ist,   sitzt   einfach   daneben   und putzt   sich   oder   döst. Aus   halbgeschlossenen Augen   verfolgt   sie   auch   den   Fernsehabend,   genießt   die   Ruhe   des   Mittagsschlafs auf   der   Couch   und   zuckt   nicht   einmal   mit   den   Wimpern,   wenn   Besuch   da   ist.   Sie   wartet   einfach   ab,   denn   sie   weiß   genau,   dass ihre   Stunde   bald   schlägt.   Die   Stunde,   in   der   der   geliebte   Mensch   sich   ihr   ganz widmet, nur für sie da ist. Auf   Einsamkeit   reagiert   diese   Katze   energisch   und   überdeutlich:   Sie   zieht   sich zurück,   zeigt   sich   von   der   ungnädigsten   Seite,   entwickelt   Unarten   und   kultiviert diese   mit   der   gleichen   Konsequenz,   mit   der   sie   auch   ihre   Liebe   verschenkt. Wer   erst   einmal   ihr   Vertrauen   verloren   hat,   wird   sich   schwer   tun,   es   wieder   zu erlangen,   denn   die   Abessinierkatze   ist   nicht   zu   Kompromissen   bereit.   Sie   ist eine   „entweder-oder-Katze“,   also   gar   nicht   so   anspruchslos,   wie   Captain   Rowell das meinte.
„Bunny“ erobert die Herzen Mit   diesen   äußerst   dürftigen   Angaben   müssen   wir   uns   begnügen   –   alle   weiteren   Aussagen   über   den   wahren   Stammbaum   der Abessinierkatze    sind    Spekulationen.    Denn    trotz    allen    Suchens    gelang    es    weder    den    Engländern,    noch    den    Franzosen, wildlebende Katzen mit Agouti-Fell in Afrika oder Asien aufzutreiben. Es   kann   also   durchaus   sein,   dass   die   Phantomkatze   Z.,   als   sie   nach   England   kam,   zum   zweiten   Male   emigrierte   und   vorher von   britischen   Soldaten   aus   Indien   nach Afrika   verschleppt   worden   war.   Schon   1871   wurde   eine   abessinische   Katze   im   Crystal Palace   in   London   ausgestellt   und   erhielt   den   Spitznamen   „Bunny“   wegen   des   hasenartig   gemusterten   Fells.   Die   großen   Ohren, das   wie   gemeißelte   Gesicht   und   die   schlanken   Beine,   sorgten   für   eine   verblüffende   Ähnlichkeit   mit   den   ägyptischen   Bastet- Statuen.   Für   die   phantasiebegabten   Engländer   Grund   genug,   die   Aby   als   direkte   Nachkommin   der   alt-ägyptischen   heiligen Katzen   zu   sehen   –   oder   als   Mischling   zwischen   Rohr-   und   Falbkatze,   die   beide   im   nordafrikanischen   Raum   zu   finden   sind. Über   hundert   Jahre   hielt   sich   die   Legende   der   Bastet-Nachfahrin,   doch   (leider)   hält   sie einer genetischen Prüfung nicht stand.
Ein Kind der Götter Woher   sie   wirklich   stammt,   wird   wohl   im   Dunkeln   bleiben.   Doch   seit   sie   vor   120   Jahren auftauchte,    zieht    sie    selbst    eingefleischte    Katzen-Gegner    in    ihren    Bann.    Zu    Recht tragen Abessinierkatzen   den   Beinamen   „Children   of   the   Gods“,   Kinder   der   Götter.   Denn so   wie   ihr   Fell   alle   Farben   des   Lichts   widerspiegelt,   zeigt   ihre   Seele   die   Eigenschaften der Sonne: strahlend, wärmend und alles verzaubernd...

Die Abessinierkatze

Das    Phantom    hieß    Zulu    oder    Zula,    Genaues    ist    nicht    bekannt.    Es    war    goldbraun,    mit    bernsteinfarbenen   Augen    und tauchte1868   in   London   auf.   Ob   die   Frau   von   Oberst   Barrett-Lennard   diese   ungewöhnliche   Katze   mitgebracht   hatte   oder   der Vorgesetzte   ihres   Mannes,   Lord   Robert   Napier,   die   exotische   Schönheit   entdeckt   hatte   und   importierte,   darüber   streiten   die Historiker.   Beide   waren   in   Abessinien,   dem   heutigen   Äthiopien,   stationiert   und   zogen   samt   ihren   Truppen   zurück   nach Großbritannien,    als    sie    vom    italienischen    Heer    dort    abgelöst    wurden.    Gut    möglich,    dass    auch    ein    ganz    gewöhnlicher namenloser   Soldat   des   Commonwealth   Gefallen   an   der   Katze   fand   und   sie   als   Souvenir   mitnahm   –   oder   dass   mehrere   solcher Katzen   mit   dem   Ende   der   britischen   Mission   den   Weg   nach   Europa   fanden.   Überliefert   ist   nur   Zulu   alias   Zula,   und   nichts   steht geschrieben über ihren Nachwuchs. Und   dieses   Phantom   wurde   in   Abessinien   gefunden.   Doch   wie   es   dorthin   kam,   darüber   lässt   sich   erneut   diskutieren.   Denn weder   in   Äthiopien,   noch   in   den   angrenzenden   nordafrikanischen   Ländern,   gibt   es   Katzen,   die   der   Abessinierin   gleichen. Weder   die   zahlreichen   Streuner   der   Straßen,   noch   die   wilden   oder   halbwilden   Falbkatzen,   zeigen   die   besondere   Fellfarbe,   die die   Aby   so   einmalig   macht.   Tausende   von   Kilometern   entfernt   dagegen,   in   den   Slums   von   Singapur,   wollen   Katzenforscher immer   wieder   Tiere   gesichtet   haben,   deren   geticktes   Fell   sie   eindeutig   in   die   Gruppe   der   Abessinier   einordnet.   Zwei   solcher asiatischer Abessinier   wurden   im   englischen   Katzenjournal   verewigt.   Eine   weitere   Katze   mit Agouti-Fell   (wildfarben),   wurde   im zoologischen Museum im niederländischen Leiden ausgestellt: als indische Hauskatze.  
Ihre   erste   Show   war   zugleich   die   erfolgreichste   für   die   Rasse:   Keine   andere   hat   so schnell   die   Herzen   der   Menschen   erobert.   Vermutlich   durch   Einkreuzen   englischer Hauskatzen     und     Rückkreuzungen     mit     den     Elterntieren,     blühte     die     Zucht     der Götterkatze.   Und   schon   1882   wurde   die   Rasse   anerkannt,   womit   die Abessinier   zu   den ältesten   Rassekatzen   (mit   Siam   und   Perser)   der   Welt   gehört.   Der   legendäre   Präsident des    englischen    nationalen    Katzenclubs    selbst,    legte    1889    den    Standard    für    die exotische Schönheit fest.
Blue Berrie Min von der Sprucke (blau)
Zehn   Jahre   später   war   die Abessinierkatze   regelmäßiger   Gast   auf   allen Ausstellungen   in   England.   Und   1901   ging   „Bunny-Cat“ über   den   großen   Teich,   wo   sie,   wie   in   Europa   auch,   sofort   scharenweise   ihre Anhänger   fand. Als   die   CFA   (amerikanische   Cat Fanciers   Association)   die   Abessinier   1911   als   Rasse   anerkannte,   hatte   sie   bereits   ihren   Siegeszug   durch   Europa   angetreten, allerdings nur innerhalb der Szene, in Züchterkreisen und den Salons der guten Gesellschaft. Geliebt   und   vergöttert   war   auch   nur   die   braungoldene   Abessinierkatze.   Als   schon   um   die   Jahrhundertwende   die   ersten silbernen   Würfe   fielen,   ernteten   sie   auf   den   Ausstellungen   nur   hochgezogene   Augenbrauen.   Europa   wollte   eine   „Bunny-Cat“ mit braungelb geticktem Fell und nichts anderes. Die    politische    und    wirtschaftliche    Situation    in    der    ersten    Hälfte    unseres    Jahrhunderts,    machte    ein    Ausbreiten    der Abessinierzucht   unmöglich.   Erst   in   den   fünfziger   Jahren   tauchten   einzelne   Exemplare   auf   Ausstellungen   auf,   natürlich   sofort umlagert   von   faszinierten   Zuschauern,   die   sich   am   sonderbar   gemusterten   Fell   und   der   majestätischen   Ruhe   dieser   Rasse inmitten   einer   hektischen   Umgebung   ergötzten.   Während   die   Siamesen   immer   schlanker   und   hochbeiniger,   die   Perserkatzen immer   stämmiger   und   pummeliger   gezüchtet   wurden,   behielt   die Abessinierkatze   ihre   Urform   bei.   Es   gab   nichts   zu   verbessern – sie war und ist einfach perfekt.
Cordoba-Sharif vom Marien-Fuchsbau (sorrel)
Europa verfällt der Sonnegöttin Lediglich    neue    Farben    ergänzten    das    Standard-Repertoire.    Zunächst,    1963,    wurden    neben    den    wildfarbenen    auch    rot Abessinier anerkannt. 25 Jahre später auch blaue, beigefarbene und silberne. Geblieben   ist   die   Wildkatzenfigur:   Ein   geschmeidiger,   kräftiger   und   doch   schlanker   Körper,   dessen   keilförmiger   Kopf   auf schmalen   Schultern   und   einem   zierlichen   Hals   sitzt.   Dunkle   Striche   über   den   mandelförmigen Augen,   geben   dem   Blick   etwas Unergründliches,   die   sehr   großen   Ohren   sind   innen   fein   behaart   und   zeigen   manchmal   auch   Haarbüschel   auf   den   Spitzen,   die vielen   kleinen   Wildkatzen   eigen   sind.   Die Augen   sind   sehr   hell   umrandet   und   ein   wenig   Creme   findet   man   ums   markante   Kinn der   statuenhaften   Schönheit.   Schmal   wirken   sie   sehnigen,   langen   Beine   auf   festen,   ovalen   Pfoten,   schmal   auch   der   relativ lange Schwanz. Jedem   Beobachter   sticht   aber   zuerst   das   eigenartige   Fell   ins   Auge   –   dessen   Muster   sonst   in   der   Katzenwelt   unbekannt   ist. Nicht   getupft,   nicht   gerädert,   nicht   gestromt   und   trotzdem   nicht   einfarbig.   Bei   den   Abessinierkatzen   ist   jedes   einzelne   Haar zweifarbig.   An   der   Wurzel   zeigt   sich   die   Grundfarbe,   bei   den   Ur-Typen   also   ein   warmes   Braun,   das   von   einem   schwarzen Band   abgelöst   wird.   Danach   folgt   ein   Ring   Grundfarbe   und   das   Tüpfelchen   auf   jeder   Haarspitze   bildet   wieder   ein   schwarzer Punkt.    „Getickt“    heißt    in    der    Züchtersprache    diese    Farbanordnung    auf    den    Haaren,    „Ticking“    nennt    man    die    dunkle Unterbrechung der helleren Grundfarbe.
Ein Fell wie Fuchs und Hase Durch    die    Lichteinwirkung    erscheint    die    Gesamtfarbe    wie    ein    goldenes    Braun.    Den    Agouti-Look    (Agouti    ist    ein südamerikanischer   Meerschweinchenverwandter,   dessen   Fell   exakt   dieses   Ticking   hat)   teilt   die Abessinierkatze   mit   Kaninchen und   Reh   oder,   wenn   sie   sorrelfarben   ist,   mit   unserem   einheimischen   Fuchs.   Welches   Ticking   eine   Aby   hat,   können   sie   ihr   an der   Nasenspitze   ablesen:   Die   nämlich   ist   genau   in   der   Farbe   des   Tickings   umrandet,   was   dem   Gesicht   zusätzlich   einen exotischen   Reiz   verleiht.   Intensiver   noch   als   die   Grundfarbe   soll   der Aalstrich   sein,   ein   dunkles   Band,   das   sich   vom   Nacken   bis zur Schwanzspitze über das Rückgrat zieht. Die Schwanzspitze ist ebenfalls dunkel, in der Farbe des Tickings. Während   die   erwachsene Abessinierkatze   sehr   kurzes,   seidiges   Fell   hat,   ist   das   der Aby-Babys   flauschig   wie   Plüsch   und   noch nicht   gebändert   –   es   zeigt   die   Grundfarbe.   Erst   nach   dem   Baby-Fellwechsel,   zwischen   der   sechsten   und   elften   Lebenswoche, erscheinen gebänderte Haare. Doch   dann   ist   die   Abessinierkatze   noch   nicht   richtig   ausgefärbt:   Ihre   Augen   zeigen   ein   noch   undefinierbares   verwaschenes Grüngrau   und   glänzen   erst   mit   eineinhalb   Jahren   in   einem   warmen      Oliv,   einem   sanften   Bernsteingelb   oder   einem   intensiven Goldgelb.
„Kleiner   Puma“   wird   das   lebende   Ebenbild   der   Katzengöttin Bastet    dort    genannt,    wo    der    Berglöwe    zu    Hause    ist.    Und tatsächlich    erinnern    das    Fell,    die    hellen    Kinnpartien,    die immer   gespitzten   Ohren   und   die   aufmerksam   wachen   Augen an    den    großen,    behänden    Jäger.    Die   Abessinier    bewegen sich   mit   der   Anmut   ihrer   wildlebenden   Vettern   –   konzentriert und   trotzdem   lässig,   immer   angespannt   und   doch   ruhe   und Souveränität   ausstrahlend.   Eine   statuenhafte   Schönheit,   die zu Leben erwacht, wenn man sie anschaut.
Djina's Hatari El Qahira (fawn)
So   ästhetisch   ihr   Äußeres,   so   angenehm   und   gradlinig   ist   das   Wesen   der   sanften   Wilden,   über   die   der   englische   Richter   W.   H. Rowell   schon   1938   schrieb:   „Es   gibt   keine   andere   Katzenrasse,   über   die   man   so   wenig   Negatives   sagen   kann.   Das   Fell   der Perser   benötigt   ständige   Pflege   und   die   kurze   Nase   macht   sie   anfällig   gegen   Schnupfen.   Die   Siamesin   hat   keine   Fellprobleme, aber   selbst   ihr   glühendster   Verehrer   muss   zugeben,   dass   er   manchmal   wünscht,   sie   wäre   weniger   stimmgewaltig.   Die   ruhige, anspruchslose Abessinierin   vereinigt   alle   guten   Eigenschaften   und   hat   keine   der   negativen   Verwandten,   die   so   viel   bekannter sind“.
Außen hui, aber innen erst recht Das   klingt   nicht   nur   ganz   und   gar   unkätzisch,   sondern   auch   ein   bisschen   langweilig.   Eine   Katze,   die   neben   dem   Menschen herlebt,   ohne   ihm   Kopfzerbrechen   zu   bereiten?   Das   ist   sie   nun   wieder   nicht,   die   Abessinierkatze!   Ihre   hervorragenden Charaktereigen-schaften   sind   Zielstrebigkeit   und   Verlässlichkeit.   Wenn   sie   auf   einen   Menschen   zugeht,   dann   deshalb,   weil   sie ihn   erobern   will,   weil   er   ihr   sympathisch   ist   –   aus   welchen   Gründen   auch   immer.   Ihn   besetzt   sie   dann   solange,   bis   sie   ihn besitzt.   Das   geschieht   nicht   mit   der   Heftigkeit   einer   Siamesin,   auch   nicht   lautstark,   sondern   vollzieht   sich   leise   und   sanft.   Die Abessinierin   sucht   die   Gesellschaft   ihres   Menschen   und   bedeutet   ihm   durch   leises   Schnurren,   freundliches   Köpfchen-   und manchmal   auch   Pfötchengebens,   ihre   Zuneigung.   Sie   setzt   sich   vor   seine   Füße   und   betrachtet   ihn   aus   mandelförmigen,   weit geöffneten Augen.   Jede   seiner   Bewegungen   ruft   eine   freundliche   Reaktion   hervor.   Jeder   Streicheleinheit   folgt   ein   behagliches Biegen des Körpers unter der Hand – da wird jeder Widerstand zwecklos! Die   Abessinierkatze   geht   nicht   verschwenderisch   mit   ihrer   Liebe   um.   Menschen,   die   sie   nicht   interessieren,   begegnet   sie   mit einer   gewissen   Reserviertheit   bis   hin   zur Arroganz.   Sie   will   gar   nicht   von   jedem   beschmust   werden.   Ähnlich   benimmt   sie   sich im   Spiel.   Obwohl   keinem   Spaß   abgeneigt,   wird   sie   nicht   sofort   antanzen,   wenn   jemand   sie   mit   einem   Bällchen   lockt.   Der Mensch   ihrer   Wahl   dagegen,   dessen   Nähe   sie   ja   ohnehin   sucht,   bringt   mit   einer   Spiel-Aufforderung   sofort   ein   Funkeln   in   die Augen, bewirkt ein Zucken ihrer Schwanzspitze und ein Anspannen aller Muskeln.
Für   die   Fellpflege   gilt   das   uneingeschränkt.   Sie   braucht   keinerlei   menschliche   Unterstützung. Auch   was   Futter   und   ihr   Kistchen angeht,   ist   die   Aby   eine   sehr   pflegeleichte   Rasse.   Sie   neigt   nicht   zu   Krankheiten   und   gehört   zu   den   langlebigen   Rassen,   die mit   fünfzehn   Jahren   meist   noch   genauso   top   in   form   sind,   wie   als   Zweijährige   –   wenn   man   mal   von   den   paar   weißen   Haaren mehr    absieht.    Anfällig    wird    die    Exotin    höchstens,    wenn    sie    kein    warmes    Schlupfplätzchen    hat.    Sie    gehört    zu    den wärmeliebenden   Rassen,   die   am   liebsten   direkt   neben   dem   Ofen   schlafen,   sich   gerne   unter   die   Bettdecke   kuscheln   und magisch von der Heizung angezogen werden. Sollte   das   Schlafzimmer   tabu   sein,   braucht   sie   unbedingt   einen   höhlenartigen   Schlafkorb,   der   die   vom   Körper   abgestrahlte Wärme   speichert.   Zu   welchen   Menschen   eine   Aby   passt?   Zu   allen,   die   Schönheit   lieben,   denen   beständige   Zuneigung   und Treue   wichtiger   sind   als   spontane,   heftige   Liebesbezeugungen,   die   gemeinsame   ruhige   Stunden   schätzen,   aber   auch   einer hitzigen   Spiel-Schlacht   nicht   abgeneigt   sind.   Vor   allem   aber:   die   da   sind,   weil   sie   gebraucht   werden.   Denn   die Aby   gehört   nicht zu den Katzen, die gern allein ihrer Wege gehen.   
Djina's Haifa El Qahria (ruddy)
 Die Farben Abessinier Wildfarben Körperfarbe   ist   ein   warmes   Braun   mit   schwarzem   Ticking.   Die   Haarbasis   ist   dunkelorange,   Bauch   und   Innenseite   der   Beine ebenfalls   dunkelorange   bis   dunkelrot   in   Übereinstimmung   mit   der   Grundfarbe.   Der   Aalstrich   soll   von   tieferer   Farbe   sein. Sohlenstreifen und Schwanzspitze intensiv schwarz - Nasenspiegel ziegelrot mit schwarzer Umrandung - Fußballen schwarz. Abessinier Sorrel Körperfarbe   ist   ein   Kupferrot   mit   rotbraunem Ticking.   Grundfarbe   tiefes Apricot,   Bauch   und   Innenseite   der   Beine   dunkelapricot, harmonisierend   zur   Grundfarbe. Aalstrich   von   tieferer   Farbe   -   Schwanzspitze   und   Sohlenstreifen   rotbraun   -   Nasenspiegel   rosa mit rotbrauner Umrandung - Fußballen rosa. Abessinier Blau Körperfarbe   ist   ein   warmes   Blaugrau   mit   dunklem,   stahlgrauem   Ticking.   Grundfarbe   hellcreme   oder   beige   -   Aalstrich   von tieferer   Farbe   -   Sohlenstreifen   und   Schwanzspitze   dunkel   stahlblaugrau   -   Nasenspiegel   ziegelrot   mit   blaugrauer   Umrandung   - Fußballen blaugrau. Abessinier Beige-Fawn Körperfarbe   ist   ein   mattes   Beige,   getickt   mit   tiefem,   warmem   Creme.   Grundfarbe   ist   ein   warmes   Creme. Aalstrich   von   tieferer Farbe. Sohlenstreifen und Schwanzspitze tiefes, warmes Creme. Nasenspiegel rosa mit altrosa Umrandung. Fußballen rosa. Abessinier Schwarzsilber Grundfarbe   ist   ein   reines   Silberweiß   mit   schwarzem   Ticking   -   Aalstrich   in   der   Farbe   des   Tickings,   jedoch   intensiver   getickt   - Schwanzspitze und Sohlenstreifen schwarz - Nasenspiegel ziegelrot mit schwarzer Umrandung - Fußballen schwarz. Abessinier Sorrelsilber Grundfarbe   ist   ein   reines   Silberweiß   mit   rotbraunem   Ticking.   Aalstrich   intensiver   getickt   -   Schwanzspitze   und   Sohlenstreifen rotbraun - Nasenspiegel rosa mit rotbrauner Umrandung - Fußballen rosa. Abessinier Blausilber Grundfarbe    ist    ein    reines    Silberweiß    mit    tief    stahlblaugrauem    Ticking,    Aalstrich    intensiver    getickt.    Schwanzspitze    und Sohlenstreifen sind tief silberblaugrau. Nasenspiegel ziegelrot mit blaugrauer Umrandung - Fußballen blaugrau. (Abdruck mit freundlicher Genehmigung der RAS-Redaktion, aus dem Info-Heft „Blickpunkt“ für Abessinier & Somalis. Autorin: Uschi Birr, Redaktion „Geliebte Katze“)
Wurf "El Qahira" (ruddy, sorrel & fawn) Hazani, Handy, Hatari & Haifa